Umwelterziehung – Erziehung zur Nachhaltigkeit

Seit der naturnahen Umgestaltung unseres Schulhofes im Jahr 1996 ist der schützende Umgang mit der Umwelt ein Schwerpunkt unserer Schule. Im Unterricht und in besonderen Projekten erfahren die Schülerinnen und Schüler, dass es lohnenswert und im Interesse aller Lebewesen ist, sich für den Natur- und Umweltschutz einzusetzen.
Indem sie aktiv handeln, lernen sie die Zusammenhänge unserer Erde kennen und werden sensibilisiert, verantwortlich und rücksichtsvoll mit ihr umzugehen.
Das Patenklassensystem hilft uns, diese Erfahrungen, Inhalte und Einstellungen an neue Schüler zu übergeben, so dass unsere Umweltprojekte nachhaltig weitergeführt werden können.

Inzwischen ist es Tradition, dass die Kinder des dritten Schuljahres an dem Wettbewerb zur Vergabe des Dortmunder Jugendumweltpreises teilnehmen.
Außerdem bewerben wir uns regelmäßig mit neuen Projekten um mit dem Agenda-Siegel der Stadt Dortmund ausgezeichnet zu werden und die Anerkennung als „Umweltbewusste Schule“ und als „Schule der Zukunft“ bescheinigt zu bekommen.

Chronologie:
Mit der Umgestaltung des früher tristen und asphaltierten Schulhofs in ein grünes und naturnahes Schulgelände begannen alle beteiligten Schülerinnen, Schüler, Eltern, Lehrerinnen und Lehrer die Zusammenhänge von Lebensumfeld und Lebensfreude zu erkennen. Große Bereiche des Schulhofes wurden entsiegelt und begrünt. Das gesamte Regenwasser wird nun in einen Bach geleitet, der sich quer über den Schulhof schlängelt und das Wasser versickern lässt. Die Kinder nehmen die Spiel- und Erfahrungsmöglichkeiten des naturnahen Umfeldes in der Pause, den Betreuungszeiten und auch in der Freizeit begeistert an. Sie entdecken Kleinstlebewesen aber auch Vogelnester, Eichhörnchen, viele Insekten und Pflanzen. Ausgehend von dem neuen natürlichen Lebensraum auf unserem Schulhof lernen alle Beteiligten die Lebensbedingungen von Pflanzen, Tieren und Menschen bewusster wahrzunehmen. Im Laufe der Jahre wurden vermehrt Projekte angeregt und durchgeführt, die unser Schulleben bereichern und zu einem ständig wachsenden Umweltbewusstsein der Kinder, Eltern und Lehrer beitragen.
Nicht immer sind alle Klassen an den jeweiligen Aktionen beteiligt. Trotzdem prägen die Ergebnisse unseren Alltag, weil sie Spuren im Gebäude und auf unserem Schulhof hinterlassen. Sie machen sich aber auch im gemeinsamen Leben bemerkbar, indem wir lernen Verantwortung für einander zu übernehmen und uns um einander zu kümmern.

Einige der Projekte werden teilweise schon über viele Jahre fortgeführt oder von einzelnen Klassen wieder aufgegriffen und weiterentwickelt.
Eine nachhaltige Sicherung der Inhalte und ihrer Ergebnisse erreichen wir mit Hilfe des Partnerklassenprinzips.
Dazu wird einem neuen ersten Schuljahr eine dritte Klasse als Partnerklasse zugeordnet. Beide Klassen kooperieren in vielen Bereichen miteinander und lernen voneinander bis die ältere Klasse unsere Schule nach dem vierten Schuljahr verlässt und das ursprünglich erste Schuljahr als dritte Klasse die Kinder eines neuen ersten Schuljahres als Paten empfängt.

Hier eine Auswahl unserer Aktionen:

  • naturnaher Schulhof
  • Müllvermeidung und Mülltrennung
  • Kunst- und Umwelt AG
  • Energiesparen
  • Totholzhecke (Benjes-Hecke)
  • Kompostierung
  • „Sauberer Schulhof“
  • Nisthilfenbau für Wildbienen
  • Eichhörnchen, Igel, Bodentiere etc.
  • Leben mit, in und für die Natur: Waldgänge z. B. in die nahegelegene Bolmke, Vogelhausbau und –pflege,
  • Barfußpfad: Natur mit allen Sinnen wahrnehmen
  • Erste Hilfe Kurs, Sozialkompetenztraining
  • Klima: Einfluss unserer Lebensgewohnheiten auf das Weltklima Klimaveränderungen und die Folgen für das Leben auf der Erde
  • Zusammenhang Ernährung und Bewegung
  • Umweltschonende Ernährung (Abfall/ Tierhaltung)
  • Bewegter Schulhof
  • „Kinder helfen Kindern“

Abfallvermeidung und die getrennte Entsorgung wird an unserer Schule mittlerweile täglich praktiziert. Jede Klasse trennt ihren Abfall nach Papier, Kompost, Grüner Punkt und Restmüll. Ältere Kinder informieren darüber regelmäßig jüngere Klassen und helfen bei der Sortierung. Dabei hilft ihnen ein Farbensystem, das vom Mülleimer im Klassenraum bis zum Container auf dem Schulhof führt.
Bei Veranstaltungen, wie z.B. Schulfesten, Projekttagen usw. verzichten wir komplett auf Einwegware.
Schüler und Eltern gehen inzwischen gerne auf unseren Wunsch ein, das Frühstück in Brotdosen und Trinkflaschen zu transportieren.
Im Kellergeschoss bieten wir aus einem Wasserspender aufbereitetes und entkeimtes Wasser zum Nachfüllen der Flaschen an. Die Kinder können zwischen Wasser mit oder ohne Kohlensäure wählen.
Auf Filzstifte und Tintenkiller, die besonders belastend für die Umwelt sind, verzichten wir an der Kreuz-Grundschule ganz.

Schon seit einigen Jahren bieten wir eine Kunst- und Umwelt Arbeitsgemeinschaft an. Dort werden Aspekte der Umwelt künstlerisch aufgegriffen, indem die Schüler zum genauen Hinsehen angeregt werden und ihnen die Möglichkeit geboten wird mit Fundsachen der Natur kreativ gestaltend umzugehen. Mit dieser AG geht es oft nach draußen. Der Sinnespfad wird genutzt, gepflegt, es wird gepflanzt und gebaut.

Um in einem so großen Komplex, wie ihn eine Schule umfasst, Energie einzusparen, müssen alle Beteiligten gemeinsam handeln. Wir erinnern durch kleine Plakate daran Licht und Wasser maßvoll zu benutzen.

Mit der Anlage einer Totholzhecke schafften vor einigen Jahren Schüler, Eltern und Lehrer einen naturnahen Arbeits-, Beobachtungs- und Erfahrungsraum. Hecken haben wichtige ökologische Funktionen. Sie dienen Tieren und Pflanzen als Lebensraum, Nahrungsquelle, Brutplatz und Winterquartier. Tiere nutzen sie auch als „Straßen“ zwischen einzelnen Lebensgebieten.
Die Benjes-Hecke als aufgeschichteter Totholzhaufen bietet, verbunden mit der Anpflanzung heimischer Wildpflanzen (Waldgeißblatt, Kronwicke, Feldrose) die Möglichkeit, natürliche Mikrolebensräume für heimische Tierarten zu schaffen und so zu deren Verbreitung beizutragen. Tiere wie der Igel nutzen sie zudem als Überwinterungsplatz. Unsere erste Benjes-Hecke befand sich im hinteren Bereich des Schulhofes. Viele Schüler erklärten sich gegenseitig ihre Bedeutung und versuchten sie zu schützen. In schulfreien Zeiten wurden die Hölzer und Stöcke jedoch auch gerne zum Bauen, für Spiele und anderes benutzt. So zerfiel die Hecke. Weil die Benjes- Hecke mit wenig Aufwand ökologische Zusammenhänge anschaulich präsentiert, möchten wir sie gerne im geschützten Bereich des Überlaufgebietes, gut sichtbar in der Nähe des Zauns, wieder neu aufbauen.

Die Kompostierung organischen Abfalls zeigt den Kreislauf der Natur besonders deutlich. In jeder Klasse gibt es auch einen Komposteimer, der in einem Schnellkomposter entsorgt wird. Die Hilfe kleiner Bodentiere beim Kompostieren fasziniert viele Schüler. Ein zusätzlicher Aspekt ist die Verbesserung der Bodenbeschaffenheit mit Humus (Komposterde).
Nachdem vor einigen Jahren ein erster Kompost auf dem Schulhof gebaut wurde, halfen Schüler unserer Schule in Zusammenarbeit mit dem kitz.do und Mitarbeitern der EDG einen Kompost am Big Tipi anzulegen.

Zum sorgfältigen Umgang mit unserem Lebensumfeld gehört auch, unsere Umgebung sauber zu halten. Weil aber doch immer wieder Müll auf dem Schulhofgelände landet, sammeln bei der Aktion „Sauberer Schulhof“ Kinder aus verschiedenen Partnerklassen den restlichen Müll auf. Bei einigen Kindern ist dieser Dienst besonders beliebt, weil wir dazu Handschuhe und Greifzangen benutzen.

Der Erhalt der Artenvielfalt ist ein weiterer Schwerpunkt der Umwelterziehung.
So bauten unter Anleitung eines AGARD-Mitarbeiters Schülerinnen, Schüler und Eltern Nisthilfen für Solitärbienen und andere Insekten. Ausgehend vom Bau der Nisthilfen von Wildbienen und Hummeln wurde auf Schautafeln auch über deren Nutzen und ihre Lebensgewohnheiten informiert. Auch das Insektenhotel an unserer Turnhallenwand entstand in diesem Zusammenhang. Es interessiert viele Schüler und bietet die Möglichkeit auch in Pausengesprächen etwas über Wildbienen und andere Insekten zu erfahren und sie zu beobachten. Die Hotels unterstützen die Brutpflege und tragen damit zum Erhalt der Art bei.

Tiere aus unserem Umfeld in ihrem natürlichen Lebensraum kennenzulernen ist für Grundschulkinder besonders ansprechend. Dazu sind Eichhörnchen, Igel und auch Bodentiere wie Maus und Maulwurf aber auch Spinnen, Schnecken, Asseln usw. gut geeignet. Diesen Tieren begegnen die Kinder in Parks und Wäldern, Gärten und manchmal auch auf unserem Schulhof. Dadurch ist es einfacher ihren Lebensraum, ihre Lebensbedingungen Nahrung, Nachwuchs und das Überwintern zu beobachten bzw. zu bestimmen.
Im Rahmen des Landesprogramms „Kultur und Schule“ schufen unsere Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit betreuenden Künstlerinnen Vogelnistplätze für den Schulhof und das Schulumfeld.
Aus Abfallholz, Naturstoffen und Ton entstanden bunte Vogelvillen, die gerne von unseren heimatlichen Vogelarten genutzt werden. Um die Vögel anzulocken, wurden gemeinsam mit der Wald-und Wiesenschule Wildpflanzen angepflanzt, die den Vögeln als Nahrung dienen. Außerdem konnten Schülerinnen und Schüler bei den Experten erfahren, welche Plätze sich zum Aufhängen der Nistkästen eignen.
Die Nistplätze werden jährlich gereinigt und geben neuen Klassen die Möglichkeit, sich über die Lebensgewohnheiten unserer heimischen Vögel zu informieren. Einige Jahre später stellten Schülerinnen und Schüler z. B. ein Vogelbestimmungsbuch her, das man in der Schulbücherei ausleihen kann.

Eine besondere Aktion zur Gestaltung unseres Schulhofes war das Anlegen des Sinnespfades. Mit großem Arbeitseinsatz bereiteten Eltern, Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen und Lehrer das dafür vorgesehene Gebiet vor.
Sie legten Wegflächen an, die die Kinder mit unterschiedlichen Naturstoffen füllten. So gibt es Felder mit gebrochenen Steinen, vom Wasser geschliffenen Steinen, Sand, Kiefernadeln, Zapfen, Moos und wechselndem Material.
Der Weg kann barfuß belaufen werden. Dabei kann man zur besseren Wahrnehmung die Augen verbinden und sich gegenseitig führen.
Das Laufen auf verschiedenen natürlichen Untergründen schult die Sinne, fördert das Gleichgewicht und steigert die Achtsamkeit gegenüber der Natur.
Indem die Kinder vom Entwurf bis zur Fertigstellung an diesem Projekt stark beteiligt waren, wird die Identifikation mit ihrer Schule gestärkt.
Auch als der Sinnespfad mit Pflanzen und einer großen Kräuterspirale zum Riechen und Schmecken ergänzt wurde, waren einige Klassen wieder intensiv in die Planung und Ausführung eingebunden. Inzwischen regen eine Klangharfe und Klanggebilde aus Abfall zum genauen Hinhören an.
Der Sinnespfad ist in der Pause geöffnet.

Klimaveränderung und Klimaschutz sind häufige Themen in den Medien. Durch diese Konfrontation beginnen auch unsere Schülerinnen und Schüler Fragen nach Bedingungen und Zusammenhängen in diesem Bereich zu stellen.
Ein Jahrgang unserer Schule hat sich intensiv mit diesem Thema beschäftigt und dabei zwei Aspekte bearbeitet:

  • Klimaveränderungen und die Folgen für das Leben auf der Erde
  • der Einfluss unserer Lebensgewohnheiten auf das Weltklima

Dabei standen die Anpassungsfähigkeit von Tieren und Pflanzen aber auch ihre Grenzen im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler erforschten die Überlebensstrategien von Kakteen und Füchsen, die sich in teilweise in jahrtausendelangen Entwicklungsphasen an unterschiedliche Lebensräume anpassten.
Eine Klasse hat das Musical „Eisbär Dr. Ping und die Freunde der Erde“ von Hans Jürgen Netz und Reinhard Horn eingeübt und mit großem Erfolg vorgestellt. Das Musical erzählt die Geschichte eines Eisbären, dessen Leben durch die Erwärmung seines Lebensraums bedroht ist. Freunde helfen ihm seine Not bekannt zu machen, damit die Menschen ihre Lebensgewohnheiten verändern und dadurch die Lebensbedingungen des Eisbären wieder verbessern.
Die Zuschauer erfahren wie unser Verhalten an einer ganz anderen Stelle auf der Welt Tiere, Pflanzen und Menschen bedrohen kann und dass gemeinsames Handeln diese Entwicklung aufhalten kann.
Um den Kindern erste Ansätze zum Helfen zu bieten, nahmen wir an der Aktion „plant for the planet“ teil und pflanzten mit Unterstützung der EDG zwei Apfelbäume auf unserem Schulhof.

In regelmäßigen Abständen erhielten einige Klassen durch Mitarbeiter des „Roten Kreuzes“ Einweisungen in das Thema „Erste Hilfe“. Sie lernten, wie sie bei Unfällen selber helfen können, wie man einen Notruf tätigt, wie wichtig es ist zu trösten und „da“ zu sein und wie man einem Schock entgegen wirken kann.
Ein besonderer Schwerpunkt war es, einzuschätzen, wann es notwendig ist zu trösten oder Hilfe zu holen und zu wissen, wo man sie findet.
Im Rahmen eines Sozialkompetenztrainings von zwei Tagen lernten die Kinder einiger Klassen in Gruppenspielen Mut zu zeigen, eigene Grenzen zu überwinden und zusammenzuarbeiten, um Aufgaben zu lösen.

Der Zusammenhang zwischen Nahrung als Energiequelle und Bewegung war ein Projekt, das wir mit Unterstützung des kitz.do durchführen konnten.
Dabei war es uns wichtig die vielen Einzelschritte, die zu unserer Nahrung führen, bewusst wahrzunehmen. Ausgehend vom Aussäen der Nahrungsmittel in geeignete Erde, dem Wachsen, Ernten, Verarbeiten, Kochen und Essen erfuhren die Schülerinnen und Schüler wie viel Nahrungsenergie unser Körper für einzelne Tätigkeiten braucht. In diesem Zusammenhang haben wir die Nützlichkeit kleiner Bodentiere kennengelernt, Kartoffeln geerntet, viele Speisen probiert, sind Treppen gestiegen, Seilchen gesprungen, gehüpft und gerannt.
Die Schülerinnen und Schüler lernten zwischen gesunden und weniger gesunden Bestandteilen der Nahrung zu unterscheiden. Sie freuten sich, dass man manchmal auch naschen darf, dass es dabei aber auf das Maß ankommt.
Artgerechte, umweltschonende Tierhaltung und die Vermeidung von Abfall bei der Nahrungsherstellung waren ein weiterer Aspekt.
Gleichzeitig wurde das Essensangebot im Offenen Ganztag umgestellt. Dort wird der Speiseplan nun entsprechend der Vorschläge des Projektes „Previkids NRW“ zusammengestellt. Dabei verpflichten sich auch die anbietenden Caterer, ihre Speisen entsprechend dieser Vorgaben anzubieten.

„Bewegter Schulhof“ heißt: Kinder des vierten Jahrganges übernehmen während der Pause die Ausleihe von Spielgeräten, führen jüngere Kinder in den Umgang mit diesen Spielgeräten ein und vermitteln Spielideen für die Pause und die OGS- Zeit.
Präventiv werden durch das Angebot sinnvoller Pausenbeschäftigungen weniger Schäden an Pflanzen und der übrigen Ausstattung des Schulhofes entstehen.
Der beabsichtigte zugewandte Umgang der Schüler zueinander soll das soziale Miteinander positiv beeinflussen und die Kinder befähigen rücksichtsvoll mit Mitschülern umzugehen.

Bei der Aktion „Kinder helfen Kindern“ helfen Schüler, die in „Erster Hilfe“ ausgebildet wurden, während der Pausen bei der Versorgung kleiner Verletzungen. Sie lernten, wie man bei Unfällen selber helfen kann und einzuschätzen, wann es notwendig ist zu trösten oder Hilfe zu holen und wo man sie findet.
Unsere „Erste Hilfe Kinder“ tragen Warnwesten und Bauchtaschen mit Pflaster und Verbandmaterial. So sind sie für ihre Mitschüler gut zu erkennen.
Sie entlasten durch 1.Hilfe-Leistungen die aufsichtsführenden Lehrpersonen, können das Gelernte nutzen und erfahren gleichzeitig die Wichtigkeit ihres Handelns. Das stärkt das Selbstbewusstsein und fördert das soziale Empfinden.